Der Sinclair ZX Spectrum, 1982 vorgestellt, besaß nur einen piezoelektrischen Lautsprecher, der sich lediglich ein- und ausschalten ließ, eine denkbar primitive Klangerzeugung. Programmierer lernten dennoch, dieses einzelne Bit so schnell zu schalten, dass mehrere Stimmen und sogar grobe Vocals simuliert werden konnten, und machten aus der Beschränkung ein eigenes Genre.

Entwickler Michael Martin dokumentiert auf seinem Blog Bumbershoot Software seit Mai 2026 die Programmierung des ZX Spectrum, beginnend mit "Giving the ZX Spectrum a Fair Shake". Sein Beitrag vom 5. September, "Experimenting With 1-Bit Sound", behandelt die ursprünglichen 16K- und 48K-Modelle, nicht den späteren Spectrum 128 mit seinem Soundchip AY-3-8912, der auch im Timex Sinclair 2068 verbaut war. Martin erklärt Pulsweitenmodulation und weitere Kodiertricks und verlinkt eine Demo namens "We are Vocoders", die das Format noch weitertreibt.

Musik konnte der Spectrum von Anfang an erzeugen: Steven Vickers' originales BASIC-Handbuch enthielt bereits Code für ein kurzes Mahler-Fragment. 2015 vernetzte Matt Westcott mit seinem Mahler Project mehrere echte Spectrum-Rechner, um gemeinsam Mahlers Erste Symphonie aufzuführen.

Eine durch Martins Beitrag ausgelöste Diskussion auf Hacker News führte zum Komponisten Tim Follin, der in den 1980ern kunstvolle Musikstücke für Mastertronics Agent X, dessen Fortsetzung Agent X II, sowie für Raw Recruit, Future Games und Chronos handcodierte, ganz ohne Zusatzhardware wie die RAM Music Machine, die Berichten zufolge selbst Musiker Aphex Twin beeindruckte. Ben Daglishs Demo "Dark Fusion" wird als weitere technische Glanzleistung genannt, und Musiker Rich "Tufty" Hollins produzierte sogar ein komplettes halbstündiges Ein-Bit-Album namens "ON and OFF", das auf Bandcamp und YouTube verfügbar ist.