Ein am 22. September 2026 veröffentlichter Test untersucht Retro-PC-Emulation auf einem Mac Mini M6 mit 12 CPU-Kernen und 24 GB Arbeitsspeicher. Zum Vergleich dient ein Basismodell des Mac Mini M4 mit 10 CPU-Kernen und 16 GB. Die Software 86Box bildet die Zeitabläufe eines alten PCs sowie Chipsatz, Busse, Grafik, Sound und Massenspeicher nach. Der größte Teil der Arbeit läuft auf einem Host-Thread, deshalb zählt die dauerhaft verfügbare Single-Core-Leistung stärker als die Kernzahl.

Verwendet wird ein modifizierter 86Box-6.0-Build auf Basis desselben Commits wie Build 9001 der Veröffentlichung. Version 6.0 erschien am 31. Mai 2026. Die ARM-Verbesserungen beschleunigen die CPU-Emulation und bringen einen ARM64-JIT-Recompiler für Voodoo-Grafik. Das ist für den Test relevant, weil das emulierte Windows-98-SE-System eine Voodoo 3 mit 16 MB Grafikspeicher verwendet.

Die virtuelle Maschine besitzt ein Slot-1-Motherboard, einen Deschutes-Pentium-II, 256 MB RAM und einen zweithreadigen Voodoo-3-Adapter. Der CPU-Takt steigt in Schritten von 50 MHz. Ein Patch für die Frequenztabellen erweitert den Bereich von 500 bis 800 MHz, skaliert Speicher- und Cache-Timings auf ähnliche Zugriffszeiten und belässt den AT-Bus bei 8,33 MHz. Der übrige Emulationscode bleibt unverändert.

Jeder Lauf verbindet den CPU-Test von Cinebench 2000 mit Winamp 2.76. Im Hintergrund spielt Winamp eine 16-Bit-PCM-WAV-Datei mit 44.100 Hz ab. Der Audiostream macht Verzögerungen sofort hörbar. Ein Lauf gilt nur dann als bestanden, wenn 86Box durchgehend 100 Prozent Emulationsgeschwindigkeit erreicht und kein Audioaussetzer auftritt.

Der M4 bleibt bis 500 MHz stabil. Bei 550 MHz treten erste Hänger auf, besonders im Demo von 3DMark 2000 SE. Der M6 besteht 550 MHz und 600 MHz. Bei 600 MHz hält er während zweier Cinebench-2000-Läufe und eines 7 bis 8 Minuten langen 3DMark-2000-SE-Demos konstant 100 Prozent. Seine stabile Obergrenze liegt damit 20 Prozent über dem Ergebnis des M4.

Die Cinebench-2000-Werte des M6 betragen 4,62 bei 300 MHz, 5,34 bei 350 MHz, 6,16 bei 400 MHz, 7,02 bei 450 MHz, 7,73 bei 500 MHz, 8,54 bei 550 MHz, 9,28 bei 600 MHz und 10,08 bei 650 MHz. Beide Systeme bestehen bis 500 MHz. Bei 550 und 600 MHz besteht der M6, während der M4 scheitert. Bei 650 MHz scheitern beide. Der M6 schloss den Renderlauf bei 650 MHz ab, erzeugte jedoch ein oder zwei hörbare Unterläufe. Deshalb bleibt 600 MHz das offizielle Ergebnis. Den zusätzlichen Testpunkt bei 800 MHz kann kein System dauerhaft halten.

Die Werte liegen deutlich über mehreren Ergebnissen zeitgenössischer Hardware aus einem Ars-Technica-Forumsthread. Dort werden 2,38 für einen Pentium II mit 300 MHz, 4,35 für einen Pentium II mit 450 MHz, 7,52 für einen Celeron mit 800 MHz, 8,03 für einen auf 760 MHz übertakteten Celeron mit 533 MHz, 9,25 für einen Pentium III Coppermine mit 800 MHz und 7,66 für einen Athlon Classic mit 600 MHz genannt. Der emulierte Pentium II erreicht 7,02 bei 450 MHz und 9,28 bei 600 MHz. Der erste Wert liegt rund 61 Prozent über dem gemeldeten Ergebnis des echten Pentium II mit 450 MHz. Der zweite liegt fast gleichauf mit dem Pentium III mit 800 MHz.

Diese Vergleiche dienen als zeitlicher Bezugspunkt. Die realen Systeme verwendeten unterschiedliche Speicher, Betriebssysteme und weitere Komponenten. Aus den Zahlen lässt sich keine allgemein gleiche Leistung für andere Software ableiten. Als mögliche Faktoren gelten Speicherbandbreite und Cache-Timing. Die Versionshinweise zu 86Box 3.0 verweisen auf die schwierige Genauigkeit der P6-Emulation bei Out-of-Order-Ausführung und L2-Cache-Verhalten. Die Deschutes-Timings wurden an reale Hardware angenähert.

Die Messdaten zeigen, dass 86Box zwei Performance-Kerne mit den Bezeichnungen cpu6 und cpu7 nutzt. Beim M6 laufen sie im 450-MHz-Test im Durchschnitt mit etwa 4.483 MHz und im 600-MHz-Test mit etwa 4.710 MHz. Der Spitzenwert liegt bei 4.788 MHz. Die Auslastung pro Kern steigt von ungefähr 41 Prozent bei 450 MHz auf 45 bis 49 Prozent bei 600 MHz. Die gesamte Package-Auslastung bleibt unter 26 Prozent. Die aktiven Kerne des M4 liegen näher bei 3,7 GHz. Das erklärt wahrscheinlich seine niedrigere Obergrenze.

Der Test beschreibt den Basismodell-M4 als stabile Pentium-II-Maschine mit 500 MHz. Der M6 erreicht 600 MHz mit funktionierendem Audio und laufender 3DMark-Wiedergabe. Für diese Aufgabe gilt er bei einem Preis von unter 1.600 Euro als ungewöhnlich leistungsfähiger kleiner Desktop. Leistungs- und Temperaturmessungen stehen noch aus, weil die M6-Version von powermetrics eine CPU-Package-Leistung von null meldet. Ein späterer Test soll Windows-XP-Emulation in 86Box untersuchen. Ein früherer M6-Lauf bei 450 MHz wurde während OBS-Komposition und 720p30-H.264-Kodierung aufgezeichnet. Das Video dokumentiert den früheren Lauf, nicht das neue Ergebnis bei 600 MHz.