George Coulouris sammelte diese Erinnerungen in einer überarbeiteten Fassung einer Seite, die er im September 1998 an der Queen Mary College, University of London, veröffentlicht hatte. Zum Material gehört auch sein Interview für Peter Salus' Buch A Quarter Century of UNIX aus dem Jahr 1994.
Coulouris entwickelte em im Herbst 1975 am QMC, nachdem das Labor VDU-Terminals erhalten hatte. Erfahrungen mit grafischen Anzeigen, die auch durch William Newman geprägt waren, führten ihn zur Nutzung des UNIX-Rohmodus für unmittelbare Rückmeldungen beim Editieren. Em erweiterte ed um zeichenweise Bearbeitung innerhalb einer einzelnen Zeile. Der Name stand für "editor for mortals".
Im Sommer 1976 nahm Coulouris das Programm während eines Gastaufenthalts mit nach Berkeley. Bill Joy arbeitete dort an einem Pascal-Compiler. Er stellte Coulouris den Systembetreuern vor, die PDP11-Systeme mit VDU-Terminals bei 9600 Baud betrieben. Zunächst hielten sie den Rohmodus wegen eines möglichen Prozess-Swaps bei jedem Tastendruck für zu teuer. Joy und die Betreuer behielten den Quellcode, und Joy entwickelte daraus eine frühe Fassung von ex. Daraus entstand später vi.
UNIX kam 1973 an das QMC. Zuvor hatte das Labor mit William Newman und Mike Cole MIFS entwickelt, ein interaktives Einzelnutzersystem für einen Interdata-Rechner. MIFS orientierte sich lose an TENEX und bot unter anderem Dateisystem, Systemprogrammiersprache, Compiler-Compiler, Zeileneditor und Debugger. Nach Newmans Besuch bei Bell Labs erkannte das Team, dass UNIX ähnliche Funktionen für mehrere Nutzer auf PDP11-Systemen bot.
QMC gilt in dem Bericht als erster UNIX-Standort im Vereinigten Königreich. Ein früher UKUUG-Newsletter nennt Heriot-Watt als zweiten Standort. Die Ausstattung bestand aus Dectape und einem austauschbaren 10-MB-Laufwerk von System Industries. Mike Cole beschaffte UNIX V4 1973, schrieb in Berkeley einen Treiber für den SI-Controller und baute einen passenden Kernel für QMC. In einer späteren Ergänzung stellte er klar, dass Berkeley die Software und Dokumentation nach den nötigen AT&T-Genehmigungen geliefert hatte. Ken Thompson prüfte den Code in den Bell Labs, behob Fehler und kopierte das System auf sieben oder acht Dectapes. Cole brachte die Bänder in einer PanAm-Tasche nach Großbritannien.
Cole erinnerte sich an Vorführungen in Edinburgh und Cambridge im Jahr 1974. Dort stieß ein System ohne Herstellerunterstützung auf Skepsis, während RSX-11 verbreitet war. Er hielt außerdem für möglich, dass Kent oder UCL der zweite britische UNIX-Standort gewesen sein könnte. Jim Curry hatte UNIX zuvor bei IIASA in Österreich installiert, das Cole als ersten europäischen Einsatzort bezeichnete.
Em nutzte auf ADM-3-Terminals und ähnlichen Geräten Steuertasten. Das QMC veränderte ITT-3210-Geräte so, dass ihre Pfeiltasten Bearbeitungskommandos sendeten. Richard Bornat entwickelte daraus später den zustandslosen Vollbildeditor ded. Umprogrammierte Hazeltine-1510-Terminals erhielten zusätzliche Tasten für Cursor- und Wortoperationen. Der originale Quellcode und die Dokumentation von em sind verfügbar. Pierre Gaston passte das Programm im Juni 2012 an modernes UNIX sowie spätere Konventionen von C, Bibliotheken und Systemaufrufen an.




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