Vor dreißig Jahren, am 25. Juli 1996, kündigte AT&T ein Vertriebsabkommen mit Microsoft an, das den Internet Explorer 3 zum Standardbrowser des Internetdienstes WorldNet machte. AT&T wollte mit WorldNet CompuServe und America Online angreifen und brauchte dafür einen Browser. Netscape Navigator dominierte den Markt, doch Microsoft wollte aufholen — und kontrollierte das Betriebssystem.
Die Vereinbarung sah vor, dass die WorldNet-Software in den an PC-Hersteller gelieferten Windows-95-Versionen vorinstalliert wurde, mit IE 3 als Standardbrowser. Netscape Navigator blieb verfügbar, aber nur als Option. Tom Evslin, damals AT&T-Vizepräsident für WorldNet, sagte dem Register Jahrzehnte später, die Entscheidung sei eine Frage des Geldes gewesen: AT&T zahlte pro aktivierter Kopie, und Microsoft habe seinen Browser wohl praktisch verschenkt — ganz sicher sei er sich nach all den Jahren aber nicht.
Die Strategie funktionierte. Bis Januar 1997 hatte sich die Unternehmensnutzung des IE nach Microsoft-Angaben seit August mehr als verdreifacht, während Netscapes Anteil fiel. WorldNet selbst wurde nach einer zeitgenössischen Messung kurzzeitig der größte ISP der Welt, bevor der Dienst 2010 eingestellt wurde. Der Internet Explorer beherrschte den Browsermarkt über ein Jahrzehnt, und Microsofts Bündelungstaktik führte später zu Kartellverfahren auf beiden Seiten des Atlantiks — darunter die Browser-Auswahlmaske der EU im Jahr 2010. Der Deal ist ein frühes Beispiel für den kommerziellen Wert der Standardposition.
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