Das in Utah ansässige Unternehmen Nusano wurde vom US Department of Energy (DoE) für das Nuclear Energy Launch Pad Program ausgewählt. Das Programm soll Unternehmen bei der Kommerzialisierung nuklearer Energiekonzepte unterstützen. Nusano entwickelt ein Verfahren zur Herstellung von High-Assay Low-Enriched Uranium, kurz HALEU, für fortgeschrittene Reaktoren. Dazu gehören kleine modulare Reaktoren (SMRs) und Flüssigsalzreaktoren.

HALEU enthält 5 bis 20 Gewichtsprozent U-235. Herkömmlicher Reaktorbrennstoff enthält weniger als 5 Prozent. Die höhere Konzentration ermöglicht kleinere und effizientere Reaktordesigns. Mehrere Demonstrationsprojekte für fortgeschrittene Reaktoren in den USA haben bereits eine Kritikalität bei Nulllast erreicht. Kommerziell läuft noch kein solcher Reaktor.

Die USA verfügen seit Jahren über keine verlässliche kommerzielle HALEU-Versorgung. Russland war traditionell der wichtigste kommerzielle Lieferant. Auch China kann HALEU anreichern. 2026 produziert in den USA nur Centrus aktiv HALEU. Das Unternehmen hat seit einem Regierungsvertrag von 2019 weniger als zwei Tonnen hergestellt. Weitere Firmen haben Vereinbarungen für HALEU und verwandte Brennstoffe geschlossen. Ihre Anlagen befinden sich jedoch noch im Aufbau, und die Produktion ist sehr gering.

Nusano hat nicht mitgeteilt, ob bereits eine funktionsfähige Demonstrationsanlage zur Anreicherung existiert. Gegenüber The Register erklärte das Unternehmen, die Prototypenentwicklung laufe noch. Kommunikationschef Scott Larrivee sagte, jede geplante Einheit solle 5,9 Tonnen pro Jahr herstellen. Die erste Einheit soll 2031 in Betrieb gehen. Nusano sieht für sein Programm einen Weg vom Konzeptnachweis zur kommerziellen Produktion.

Bei dem geplanten Verfahren wird das Uran-Ausgangsmaterial vor der Anreicherung in Metall umgewandelt. Proprietäre Trennverfahren sollen den U-235-Anteil erhöhen und das Isotop abtrennen. Auch das fertige HALEU liegt als Metall vor. Andere Hersteller verwenden Gaszentrifugen, die Uranhexafluorid mit hoher Geschwindigkeit schleudern. Nusano zufolge kommt sein Verfahren ohne Gas und ohne gasförmige Fluorchemie aus.

Uranhexafluorid kann mit Feuchtigkeit zu giftigem und ätzendem Fluorwasserstoff sowie Uranylfluorid reagieren. Eine Freisetzung kann Verätzungen und Schäden an Lunge und Nieren verursachen. Eine Nusano-Einheit soll 1.200 Quadratfuß benötigen. Die Produktionskosten sollen unter denen der Anreicherung mit Gaszentrifugen liegen.

Der erforderliche Maßstab bleibt eine Herausforderung. Das DoE erwartet, dass die US-Nachfrage nach HALEU bis 2035 auf 50 Tonnen pro Jahr steigen könnte. Nusanos aktueller Plan sieht ab 2031 eine Einheit mit 5,9 Tonnen Jahreskapazität vor. Im Juni 2025 hatte das Unternehmen noch erklärt, eine einzelne Einheit könne jährlich 50 Tonnen herstellen. Die Gesamtkapazität sollte bis 2029 auf 350 Tonnen pro Jahr wachsen. Diese Ankündigung verschwand später von der Nusano-Website und ist noch in einer archivierten Kopie zu finden. Larrivee bezeichnete sie als überholt, da sie aus der Arbeit einer früheren Unternehmensleitung stammte.

Betreiber von Rechenzentren haben angekündigt, künftig SMRs und andere fortgeschrittene Nukleartechnik einzusetzen. Die geringe HALEU-Produktion und das Fehlen kommerzieller Reaktoren lassen den Zeitplan offen. Die Environmental Protection Agency der Trump-Regierung hat zudem Emissionsvorschriften der Biden-Regierung für Kohle- und Gaskraftwerke aufgehoben. Nach Angaben der Behörde könnte die Kohleverstromung auf mehr als das Zehnfache des heutigen Niveaus steigen.