Jeder Digitalrechner braucht eine Möglichkeit, eine Binärziffer darzustellen — üblicherweise Schalter: Relais, Röhren oder Transistoren. 1954 schlug der japanische Forscher Eiichi Goto etwas Ungewöhnlicheres vor: das Parametron, einen Resonanzkreis aus Ferritkern und Kondensator, dessen Reaktanz mit der doppelten Resonanzfrequenz gepumpt wird.

Das Pumpen versetzt den Kreis in Schwingung mit der halben Pumpfrequenz, und — der clevere Teil — es gibt zwei gleich stabile Schwingungszustände, die 180° phasenversetzt sind. Diese beiden Phasen dienen als binäre 0 und 1. Logik wird also nicht über Spannungspegel oder Stromrichtung realisiert, sondern über die Phase einer Wechselstromschwingung.

Für ein Gatter werden mehrere vorangehende Parametrons schwach in die nächste Stufe eingekoppelt. Da sich ein Parametron wie ein regenerativer Verstärker verhält, wächst die kleine Anfangsschwingung der Eingänge auf volle Amplitude an; gleichphasige Signale verstärken sich, gegenphasige löschen sich aus. Ein Parametron mit drei Eingängen ist damit von Natur aus ein Majoritätsgatter. Legt man einen Eingang fest auf 0 oder 1, wird daraus AND oder OR; kehrt man die Polarität eines Kopplungstransformators um, erhält man eine Invertierung. Eine Kette aus drei Parametrons kann ein SR-Flipflop bilden, und Gotos Paper von 1959 zeigt komplexere Schaltungen wie einen Paritätsprüfer. Praktische Maschinen trieben Parametron-Gruppen mit versetzten Taktphasen, damit jede Stufe sich stabilisierte, bevor die nächste angeregt wurde.

Die Schwäche war die Geschwindigkeit. Selbst ein schnelles Parametron schaffte nur etwa 6 MHz, und ein daraus gebauter Rechner lief mit Taktfrequenzen um 140 kHz. Dafür regeneriert jedes Gatter seinen Ausgang, sodass ein Ausgang problemlos 10 bis 20 Eingänge treiben konnte, und die Bauteile waren billig und zuverlässig.

Die Technik trug eine bemerkenswerte Familie japanischer Rechner. Der PC-1 lief mit 15 kHz und addierte Festkommazahlen in 270 Mikrosekunden, mit 4200 Parametrons bei 3 kW Leistungsaufnahme. Der PC-2 (1960), als FACOM 202 vermarktet, lief mit 100 kHz und 9600 Parametrons bei 10 kW; der FACOM 212 nutzte 8000 Einheiten bei 5 kW. Weitere Parametron-Maschinen waren HIPAC-1, MUSASINO-1, NEAC-1101 und SENAC-1. Die größten hatten 1.024 Wörter Kernspeicher, und Parametrons konnten Magnetkerne auslesen, ohne sie zu löschen — anders als konventioneller Kernspeicher.

Aktive Bauelemente siegten letztlich durch ihre Geschwindigkeit, und Parametrons gerieten in Vergessenheit, fanden aber noch Nebenanwendungen in der numerischen Steuerung von Werkzeugmaschinen, einem Morse-zu-Fernschreiber-Konverter und einem Prototyp-Straßensensor zur Erkennung vorbeifahrender Autos. Das Engineering and Technology History Wiki pflegt eine ausführliche Sammlung zur Technik und den Maschinen, und alte Paper über die Programmierung des PC-1 sind für Neugierige noch verfügbar.