Übliche C64-Emulatoren abstrahieren die Elektronik und zielen auf das Ausführen von Spielen. antirez’ Projekt c64-hw-sim geht deutlich tiefer: Es bildet jeden Chip und jede Verbindung auf einer Commodore-64-Platine ASSY 250407 nach. Ein fehlender Chip, ein gegen Masse kurzgeschlossener Pin oder ein dauerhaft auf High gesetzter Pin lässt sich in Software nachstellen. Alte Originalhardware bleibt dabei unberührt.
Der Nutzen liegt bei der Ausbildung und bei der Fehlersuche an Platinen. Wer einen Fehler im Simulator nachbildet, kann die entsprechende Ursache am realen Board prüfen. Das funktioniert nur, wenn die konkrete Fehlerart vom Modell erfasst wird.
Der Prozessor und die CIAs werden zyklusgenau emuliert. Das gilt ebenso für SID und VIC-II. Dafür verwendet das Projekt Code von Andre Weissflog, bekannt als flooh. Analoge Schaltungen in der Videosektion fehlen. Auch Audio- und Stromversorgungsschaltungen werden nicht simuliert. Deshalb lässt sich nicht jeder Hardwarefehler reproduzieren.
Selbst auf leistungsstarker moderner Hardware läuft der Simulator mit ungefähr einem Drittel der normalen Geschwindigkeit. Für Diagnosen reicht das. Maniac Mansion und Elite sind dafür keine sinnvollen Ziele.
Für spielbare Emulationen gibt es Lösungen für PCs und Varianten für Teensy-Mikrocontroller. Der kommentierte Quellcode von Elite ist sowohl für die C64-Portierung als auch für das Original verfügbar.




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