Die Geheimsdirektion des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR) meldete den Fund eines Nvidia-Jetson-Orin-Moduls in den Überresten eines russischen S-71M-Monochrome-Marschflugkörpers – einer luftgestarteten Waffe mit autonomen Fähigkeiten, die Ziele per optischen Sensoren und Bordrechner suchen und bekämpfen kann.

Von der GUR veröffentlichte Fotos zeigen einen versengten Chip mit der Kennung TE980M-A1, was einem Jetson Orin NX 16GB entspricht – ein Anfang 2023 veröffentlichtes Modul, das für autonome Systeme konzipiert ist. Laut GUR deutet die Komponente auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Rakete hin, die Berichten zufolge mit menschlicher Aufsicht oder vollautonom operieren kann.

Das pikante Detail: Nvidia schloss seine russischen Niederlassungen und stoppte Direktverkäufe 2022 – bevor der TE980M-A1 überhaupt existierte. Der Chip muss also über Drittkanäle ins Land gelangt sein. Gegenüber The Register erklärte Nvidia, Jetson-Module seien Consumer-Produkte für vielfältige Zwecke, Gebrauchtgeräte zirkulierten über zahlreiche Wiederverkäufer, und man könne Produkte nach dem Verkauf nicht verfolgen – greife aber durch, wenn Kunden US-Exportkontrollen verletzen.

US-Exportregeln beschränken den Verkauf fortschrittlicher Chips nach Russland und China seit Jahren; Schmuggel und Graumarkt-Weiterverkäufe sind wiederholt dokumentiert. Die GUR erklärte, der Fund beweise, dass die derzeitigen Exportkontrollen nicht funktionieren, und forderte verschärften Sanktionsdruck und Koordination – mit dem Trost, dass Russlands Rückgriff auf ausländische Consumer-Chips zeige, wie unzureichend die eigene Fertigung noch sei.