Earie Salmon, Betreiber des YouTube-Kanals Earie's 8-Bit Workshop in Australien, restauriert und rekonstruiert Vintage-Computer und schätzt seine Sammlung auf 35 bis 40 Systeme "in verschiedenen Stadien des Verfalls". Sein Einstieg war eine klassische Geschwisterrivalität: Sein Bruder besaß Anfang der 1980er einen ZX81 und einen Commodore VIC 20 und rationierte den Zugang – also kaufte Salmon später die Maschine, die er damals gewollt hätte: einen Acorn Atom, gefolgt von C64 und Amiga.
Löt- und Entlötkenntnisse sind Voraussetzung, doch Salmon rät, zunächst auf einer Vero-Platine mit entbehrlichen Bauteilen zu üben, bevor man unersetzliche, jahrzehntealte Hardware anfasst. Die größere Hürde ist die Ersatzteilbeschaffung: Custom-ICs wie ULAs werden seit Produktionsende der Originalrechner nicht mehr gebaut, und viele Bauteile existieren nur noch in "toten" Spendergeräten. Das Ausschlachten fühle sich falsch an, sei aber unvermeidbar, so Salmon.
Sein größter Frust sind gefälschte Chips: Bestellte Tüten mit 74LS-Logik-ICs entpuppen sich als umgelabelte Bauteile einer anderen Logikfamilie – abgeschliffen und neu geätzt –, die einfache IC-Tester bestehen, aber im Zielrechner nicht funktionieren. Auch das Lesen von Schaltplänen ist eine Kernkompetenz, erschwert durch nie veröffentlichte oder nicht übersetzte Dokumentation japanischer Maschinen wie NEC- oder MSX-Systeme.
Seine lohnendste Reparatur war ein BBC Model B mit verpfuschter Vorgängerreparatur: falsch verlegte Bodge-Drähte, durchgebrannte ICs und beschädigte Leiterbahnen – gelötet mutmaßlich mit einem heißen Löffel. Grundsätzlich kritisiert Salmon moderne Hardware: Rechner der 90er und frühen 2000er waren modular, seit Mitte der 2000er ist das "Ersatzteil" das ganze Gerät, das offenbar auf Garantiedauer plus einen Tag ausgelegt wird. Entsprechend entschieden unterstützt er die Right-to-Repair-Bewegung.
Sein abschließender Sicherheitsrat: Nie an Netzspannung arbeiten, bevor man weiß, was man tut – und diese stets abdecken, damit keine Hand beim Konzentrieren auf eine Messpitze versehentlich ein spannungsführendes Bauteil berührt. Ein Fehler, den man möglicherweise nur einmal macht.
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