Ein Team des Oxford Internet Institute unter Leitung von Professor Sandra Wachter schlägt vor, öffentliche KI-Förderung an einen messbaren Beitrag zum Wohlbefinden zu knüpfen. Die Studie „Optimising for happiness in EU technology policy to repay public subsidies for AI“ erschien in Royal Society Open Science.

Die EU hat €20 Milliarden für AI gigafactories eingeplant. GenAI4EU und das Digital Europe programme setzen weitere €700 Millionen über Horizon-Forschungsprojekte für generative KI und Supercomputing ein. Nach Ansicht der Autoren sollte diese Unterstützung nicht nur wirtschaftliches Wachstum erzeugen.

Zur öffentlichen Finanzierung kommen Steuervergünstigungen sowie Zugang zu Land, Wasser, Energie, Infrastruktur und Daten. Für das Training von Frontier-Modellen werden unter anderem kreative Arbeiten, Beiträge in sozialen Netzwerken und Nutzerinteraktionen verwendet. Viele Betroffene können darüber kaum mitentscheiden. Daraus sind zahlreiche Klagen entstanden.

Die Studie ordnet das Wohlbefinden als drittes Ziel neben Wachstum und Risikobegrenzung ein. Eine Technologie mit weniger schädlichen Folgen sei nicht automatisch gesellschaftlich nützlich. Verbundenheit bildet eine Dimension des vorgeschlagenen Ansatzes. Kompetenz und Selbstbestimmung sind die beiden anderen. Chatbots, die menschliche Gefühle imitieren, könnten echte Beziehungen abwerten. Häufige KI-Nutzung kann Fähigkeiten schwächen, und KI-Einfluss kann eigene Entscheidungen erschweren. Rechenzentren beanspruchen Land und Wasser und lassen weniger Raum für Bäume und Grünflächen.

Unternehmen mit öffentlicher Unterstützung sollen vorhersagen, wie ihre Technologie das Wohlbefinden erhöht. Für die zugesagten Effekte müssten sie anschließend Verantwortung übernehmen. Der Ausbau von Rechenzentren treibt den Strombedarf und könnte Haushaltsrechnungen verteuern. Speicherhersteller bevorzugen margenstärkere Chips, deshalb werden gewöhnliche DRAM- und NAND-Bausteine und damit die Geräte teurer. Serverkühlung verbraucht Wasser.

2026 warnte Anthropic vor einem möglichen Aussterben der Menschheit, falls leistungsfähige Modelle nicht kontrolliert werden. 2025 verwiesen Anthropic und OpenAI zudem auf drohende Massenarbeitslosigkeit durch den Einsatz von KI zur Kostensenkung. Fehlende Daten von Modellanbietern und Cloud-Providern erschweren die Bewertung der Umweltschäden.