Tibo, der das Codex-Team von OpenAI leitet, kündigte am Wochenende auf X an, dass das Unternehmen die wöchentlichen Nutzungskontingente für alle zahlenden Codex- und ChatGPT-Workspace-Abonnenten zurückgesetzt habe. Codex ist OpenAIs KI-Programmierassistent, der zahlenden Nutzern wöchentlich ein token-basiertes Kontingent zuteilt.
Der Reset folgte auf wochenlange Beschwerden, dass die Kontingente schneller aufgebraucht waren als erwartet. Nach Auswertung tausender Nutzerberichte fand das Codex-Team acht einzelne Fehler und behob sie in einer Nachtschicht. Laut Tibo geben die Korrekturen je nach Nutzungsverhalten 10 bis 50 Prozent mehr nutzbares Kontingent frei, ohne dass sich die eigentliche Zuteilung ändert.
Zu den behobenen Problemen zählt ein Fehler bei der Kontext-Komprimierung, der alte Bilddaten auch nach der Komprimierung im Speicher behielt und bei intensiver Bildnutzung rund 10 Prozent zusätzlichen Tokenverbrauch verursachte. Ein Fehler im Hintergrundspeicher führte dazu, dass Aufgaben Stop-Hooks ignorierten; in einem Fall prüfte ein einzelner Thread über 15.000 Mal, ob er anhalten könne. Zielverwaltungs-Aufgaben (Goal Management) fuhren nach Abschluss teils nicht korrekt herunter oder wiederholten fehlgeschlagene Tool-Aufrufe, was im schlimmsten Fall 15 bis 70 Prozent des Wochenkontingents kostete. Benutzerdefinierte automatisierte Zeitpläne liefen häufiger als konfiguriert. Kleinere Modelle wie Luna starteten gelegentlich leistungsfähigere Subagenten ohne Nutzerfreigabe, und das Hauptmodell führte Subagenten teils unnötig im /fast-Modus aus.
Ein separater Fehler in der Funktion Computer History fasste überlappende Aktivitäten wiederholt zusammen und verbrauchte dadurch bei manchen Nutzern bis zu einem Fünftel des Wochenkontingents. Rollierende Aufgabenzusammenfassungen lösten versteckte Hintergrundanfragen aus, die rund 1 Prozent zusätzlichen Overhead verursachten; diese Funktion wurde nun vollständig deaktiviert. In der MCP-Integration (Model Context Protocol) wurden manche Tool-Ergebnisse doppelt kodiert und gekürzte Anweisungen unnötig erneut abgerufen.
Tibo zufolge hat das Team zudem architektonische Schutzmaßnahmen eingeführt, darunter automatische Warnungen bei künftig ähnlichen Mustern, sowie eine geplante Aufschlüsselung, die zeigt, wofür Tokens verbraucht werden. Manche Nutzer begrüßten die Korrekturen, kritisierten aber, dass ein einzelner Fehler wie Computer History überhaupt ein Fünftel des Kontingents verschlingen konnte, andere bemängelten ein zu kurzes Zeitfenster für den Reset.




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