Philip R. Zimmermann verfasste den Text im Juni 1991 in Boulder, Colorado. Er war Teil des ursprünglichen PGP User’s Guide von 1991 und wurde 1999 aktualisiert. Am Anfang steht ein Zitat von Mahatma Gandhi. Zimmermanns Grundthese lautet, dass private Kommunikation allen Menschen zusteht, unabhängig vom Inhalt ihrer Nachrichten.
Als alltägliche Gründe für Vertraulichkeit nennt er politische Kampagnen und Steuerfragen. Er verweist außerdem auf intime Beziehungen und den Kontakt zu Dissidenten in repressiven Staaten. Das Recht auf Privatsphäre sei in der US-amerikanischen Bill of Rights angelegt. Für die Gründergeneration habe es wenig Anlass gegeben, private Gespräche ausdrücklich zu schützen, weil Lauscher physisch in der Nähe sein mussten.
Telefon und Internet veränderten diese Lage. Mobilfunkgespräche konnten mit geeigneter Funktechnik abgehört werden. E-Mail war über das Netz ähnlich ungeschützt. Die Überwachung von Briefen und Telefonaten erforderte früher viel Personal und Zeit, wodurch sie nur begrenzt skalierte. Computer konnten dagegen große E-Mail-Mengen automatisch nach Stichwörtern durchsuchen. Wachsende Rechenleistung sollte eine vergleichbare Auswertung von Sprachverkehr ermöglichen.
Zimmermann vergleicht die routinemäßige Verschlüsselung mit Briefumschlägen. Wenn alle ihre Nachrichten schützen, fällt der einzelne geschützte Absender weniger auf. Eine solche Gewohnheit erschwert es, Verschlüsselung politisch zu kriminalisieren.
Senate Bill 266 war 1991 ein umfangreiches US-Kriminalgesetz. Darin stand eine unverbindliche Resolution, die staatlichen Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation befürwortete. Hersteller sicherer Kommunikationsgeräte sollten nach diesem Ansatz Klartextzugriff auf Sprach- und Datenkommunikation ermöglichen, sobald eine gesetzliche Genehmigung vorlag. Zimmermann veröffentlichte PGP deshalb noch im selben Jahr elektronisch und kostenlos. Bürgerrechtsgruppen und die Industrie protestierten heftig, danach scheiterte die Maßnahme.
Der 1994 verabschiedete Communications Assistance for Law Enforcement Act, kurz CALEA, verpflichtete Telefongesellschaften zum Einbau fernsteuerbarer Abhörmöglichkeiten in digitale Vermittlungsstellen. Ein Gerichtsbeschluss blieb Voraussetzung für einen Lauschangriff. Die neue Infrastruktur hätte Ermittlern jedoch Abhörzugriff aus Behördenbüros ermöglicht, ohne dass sie physisch an eine Telefonleitung mussten. Zimmermann warnt, dass technische Systeme über Generationen bestehen können, während Gesetze und politische Verhältnisse rasch wechseln.
1995 legte das FBI Pläne für eine gleichzeitige Überwachung von 1 Prozent aller Telefonate in großen US-Städten offen. Das hätte die damals ungefähr 1.000 gerichtlich angeordneten Abhörmaßnahmen pro Jahr auf Bundes-, Bundesstaaten- und lokaler Ebene um mehr als das Tausendfache übertroffen. Zimmermann hielt automatische Spracherkennung für die einzige realistische Verarbeitung einer solchen Menge. Sie hätte nach Stichwörtern oder bestimmten Stimmen suchen können. Das FBI begründete die Kapazität mit der Zukunftsplanung. Der Kongress lehnte den Vorschlag ab.
Als weitere Gefahren nennt der Text Konkurrenten, organisierte Kriminalität und ausländische Nachrichtendienste. Zimmermann verweist auf Regierungen, die den Einsatz ihrer Aufklärung zur Unterstützung heimischer Unternehmen eingeräumt hätten. Die US-Beschränkungen für Kryptografie in den 1990er-Jahren hätten damit auch amerikanische Firmen gegenüber ausländischer Aufklärung geschwächt.
Im April 1993 stellte die Clinton-Regierung eine seit Beginn der Bush-Regierung von der NSA entwickelte Verschlüsselungspolitik vor. Kernstück war der Clipper-Chip mit einem geheim gehaltenen NSA-Algorithmus. Bei der Herstellung erhielt jeder Chip einen eigenen Schlüssel. Eine Kopie wurde bei der Regierung hinterlegt. AT&T setzte Clipper in sicheren Sprachprodukten ein. Die Regierung stellte das System als freiwillig dar und versprach Zugriff nur mit gesetzlicher Erlaubnis.
Die Computerbranche lehnte Clipper geschlossen ab. FBI-Direktor Louis Freeh erklärte 1994, seine Behörde werde gesetzgeberische Schritte verlangen, falls staatlich kontrollierte Kryptografie den Behörden den Zugriff verwehre. Nach dem Bombenanschlag von Oklahoma City sagte Freeh vor dem Justizausschuss des Senats, der öffentliche Zugang zu starker Kryptografie müsse begrenzt werden. Niemand hatte behauptet, die Attentäter hätten Kryptografie eingesetzt.
Zimmermann erinnert an COINTELPRO und die Überwachung von Antikriegs- und Bürgerrechtsgruppen. Er nennt das Abhören von Martin Luther King, Nixons Feindesliste und Watergate. Hinzu kämen Gesetze zur Einschränkung von Bürgerrechten im Internet, die Sammlung vertraulicher FBI-Akten über republikanische Staatsbedienstete durch Teile des Clinton-Weißen Hauses sowie aggressive Ermittlungen gegen politische Gegner wegen sexueller Angelegenheiten.
Seine Antwort in den 1990er-Jahren war die möglichst breite Nutzung starker Kryptografie, solange sie legal blieb. Eine solche Verbreitung sollte ein Verbot politisch erschweren. Ende 1999 lockerte die Clinton-Regierung die US-Exportkontrollen für Kryptotechnik grundlegend. Starke Verschlüsselung durfte nun ohne obere Grenze für die Schlüssellänge exportiert werden. Zimmermann wertete dies als Erfolg bei der Exportpolitik und forderte weitere Arbeit für den Schutz der Inlandsnutzung und gegen die wachsende Überwachung im Internet. PGP, so sein Schluss, gibt Einzelnen die Kontrolle über ihre Privatsphäre.




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