Steve Allens Seite erklärt mit historischen Grafiken das Verhältnis von UTC, Erdrotation und Atomzeit. Sie erinnert daran, dass ein Befürworter der Schaltsekunde schon vor ihrem ersten Einsatz vor Problemen für automatisierte Systeme warnte. Die Zeitsysteme des USNO sollten ohne Schaltsekunden arbeiten. Ein Zähler auf der Seite weist außerdem darauf hin, dass die rechtlich korrekte Zahl verstrichener Sekunden seit 1972 je nach Rechtsraum und IEEE-Standard abweichen kann.

UTC verbindet zwei Bezugssysteme. Die Sekunde wird über Messungen an Cäsium bestimmt, während der bürgerliche Tag der Erdrotation relativ zur Sonne folgt. Bleiben Schaltsekunden erhalten, entspricht ein Kalendertag einer Erdumdrehung. In der auf der Seite beschriebenen Alternative würde ein Tag 794 243 384 928 000 Hyperfeinschwingungen von Cäsium-133 zählen. Diese Verbindung zwischen Uhr und Kalender entstand in den 1960er-Jahren als Kompromiss zwischen widersprüchlichen Anforderungen.

Die Seite warnt davor, Zeitskalen in Epochen vor ihrer Entstehung zurückzurechnen. Historische Namen können dabei eine Kontinuität vortäuschen. Als Beispiele für Änderungen bürgerlicher Zeit nennt sie die augusteische Korrektur des julianischen Kalenders, das Ende der islamischen Schaltmonatsregelung und den historischen 30. Februar. Auch proleptische Zeitskalen können unterschiedlich interpretiert werden.

Die ΔT-Grafiken zeigen ungefähr eine Parabel. Das passt zu einer annähernd linearen Veränderung der Tageslänge. Der Scheitelpunkt hängt mit den Konventionen von Simon Newcomb zusammen. Sein Team am US Naval Observatory wertete mehr als 60.000 Beobachtungen des Mondes und der Planeten aus, ergänzt durch Daten anderer Observatorien. 1896 beschlossen die Leiter wichtiger nationaler Ephemeriden bei einem Treffen in Paris, Newcombs Formeln ab 1901 zu verwenden. Ephemeridentag, Ephemeridensekunde und später die SI-Sekunde entsprachen dadurch ungefähr der mittleren Tageslänge der Beobachtungsperiode um 1820. Die Steigung von ΔT lag damit um 1820 nahe null, sein Wert um 1901 ebenfalls.

Eine weitere Grafik markiert die Entstehung von GMT. Das Royal Greenwich Observatory wurde erst 1676 errichtet. Eine Zeitskala, die seit 1601 verstrichene Zeit zählt, kann daher keine damals verwendete Zeitskala darstellen. Für Rückrechnungen vor 1955 muss außerdem zwischen der historischen, ungleichmäßigen Sonnenzeit und einer modernen, gleichförmigen Interpretation unterschieden werden.

Die relativistischen Grafiken verstärken die Schwankungen von TCB und TDB um den Faktor 1.000. Astronomische Skalen im oberen Bereich beruhen auf der Physik der Planetenbewegungen. Praktische Skalen im unteren Bereich stützen sich auf Messungen auf der Erde. TCB besitzt in diesem Vergleich den gleichmäßigsten Lauf, doch keine Uhr kann mit dieser Rate laufen. TDB folgt der aktuellen Rate von TT und eignet sich für Planetensysteme. Die Bewegung der Erde im Gravitationsfeld der Sonne erzeugt dabei eine jährliche Schwankung von etwa 2 Millisekunden. TT dient in den Grafiken als Nullpunkt und entspricht praktisch ET, der gleichförmigen Skala, die Messungen mit Chronometern auf der Erdoberfläche am nächsten kommt. In der Praxis wird meist TDB anstelle von TCB und TT, praktisch UTC, anstelle von TCG verwendet.

Über den größten Teil der Geschichte richteten sich bürgerliche Uhren nach der Sonne. Laut Seite entstanden und verbreiteten sich die gleichförmigeren Skalen für die Navigation. Behörden haben die gesetzliche Zeit außerdem um ganze Stunden verschoben, etwa für die Olympischen Spiele 2000 in Australien, mit der Begründung möglicher Energieeinsparungen in den USA und auf Grundlage einer politischen Entscheidung von Hugo Chávez in Venezuela. Rechner, die UTC-Signale empfangen, brauchen deshalb bereits eine Zuordnung zur bürgerlichen Zeit. Zoneinfo bildet meist ganz- oder halbstündige Abstände ab, kann aber auch Sekunden darstellen. Die right-Zoneinfo-Dateien enthalten Schaltsekunden, und POSIX verlangt grundsätzlich Offsets mit Sekundenauflösung.

Die notwendige Software ist bereits im User Space vorhanden. RFC 7808 beschreibt ein funktionierendes und eingesetztes Verfahren. Ein IETF-Entwurf beschreibt ein weiteres. POSIX 2008 definiert tzset(), die Umgebungsvariable TZ und die Begründung A.4.15. Der Vorschlag sieht einen neuen internationalen Namen für eine gleichmäßig fortschreitende Broadcast-Zeitskala vor, etwa TI. UTC könnte als darüberliegende Zeitzone bestehen bleiben. Der Kernel hätte dann eine gleichförmige Systemzeit, während Schaltsekunden in zoneinfo lägen.

Die Seite verknüpft diesen Vorschlag mit einem ITU-R-Kolloquium, das 2003 in Turin stattfand. Die Empfehlung lautete, einer Broadcast-Zeitskala ohne Schaltsekunden einen eigenen Namen zu geben. Damit bliebe die Verbindung zwischen UTC und bürgerlichen Kalendern erhalten, während Maschinen eine berechenbare Zeitbasis bekämen. Schaltsekunden werden mit Änderungen an der Sommerzeit verglichen, weil beide Uhren aufgrund einer Entscheidung über gesetzliche Zeit verstellen. Gibt UTC Schaltsekunden auf, definieren Rechtsordnungen mit UTC als Basis den Tag irgendwann ohne Bezug zur fortlaufenden Erdrotation.

Inspiriert wurden die Grafiken von Seidelmann und Fukushima. Sie veröffentlichten 1992 eine Erklärung zu Zeitskalen, die die IAU 1976 und 1991 eingeführt hatte. Die Ausgangsgrafik vergleicht Zeitargumente und Zeitskalen von 1950 bis 2020. Periodische Terme von TCB und TDB sind darin um den Faktor 100 vergrößert. TAI bildet den Bezugspunkt, ET, TDT und TT werden als TAI + 32.184 s behandelt.