Twitch hat in den Kanaleinstellungen eine Kontrolle eingeführt, mit der Creator verhindern können, dass ihre Inhalte zur Verbesserung von Amazons generativen KI-Modellen verwendet werden. Die Einstellung ist standardmäßig aktiviert, was bedeutet, dass alle Stream-Materialien—Livestreams, Videos, Clips, Highlights, Text, Bilder und Chat-Nachrichten—in Amazons KI-Entwicklung fließen, sofern Creator dies nicht manuell deaktivieren.

Amazons KI kann Audio aus Streams nutzen, um Sprache-zu-Text und Bildunterschriften auf Twitch und anderen Amazon-Diensten zu verbessern. Das Unternehmen bestätigte, dass es Twitch-Daten mindestens seit 2024 für das KI-Training nutzt; die neue Kontrolle ist das erste Mal, dass Creator einen direkten Opt-out-Mechanismus haben.

Mike Minton, Chief Product Officer von Twitch, rechtfertigte den standardmäßig aktivierten Ansatz mit unverblümter Offenheit: "Wenn es Opt-in wäre, würde niemand sich anmelden. Das ist ehrlich gesagt die Antwort. Also wird es standardmäßig aktiviert sein."

Creator sollten zwei Einschränkungen beachten. Erstens kontrolliert nur die Einstellung des Channel-Besitzers, ob Chat-Nachrichten für das Training verwendet werden—einzelne Zuschauer können ihre eigenen Chat-Beiträge auf Kanälen, auf denen der Besitzer das Training aktiviert lässt, nicht schützen. Zweitens gilt das Opt-out nur für zukünftige Modellverbesserungen; Amazon hat nicht angegeben, ob zuvor erfasste Materialien aus bestehenden Modellen entfernt werden oder welche seiner Produkte sich auf mit Twitch trainierte KI verlassen.

The Register bat um Klärung, welche Amazon-Modelle Twitch-Inhalte integriert haben, wie lange die Datenerfassung läuft und ob nachträgliches Opt-out einen Effekt hat, aber Amazon hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht geantwortet.