Alan C. Kay schrieb den Aufsatz 1993 bei Apple Computer. Er dokumentiert darin die Ideen hinter Smalltalk und Personal Computing. Nach seiner Darstellung entstand das System aus Arbeiten zu interaktiver Grafik, Timesharing, Programmiersprachen, Zeigegeräten und Lernen. Der zentrale Entwurfsgedanke war, Berechnungen als Objekte zu modellieren, die Zustand und Verhalten kapseln und über Nachrichten kommunizieren.
Frühe Hinweise fand Kay im Dateisystem des Burroughs 220 und im B5000. Der 220 legte Daten zusammen mit Prozeduren und Verweisen auf diese Prozeduren ab. Das B5000 bot segmentierten Speicher, Bytecode-Ausführung, Schutzmechanismen und prozedurale Schnittstellen. Die Arbeit mit dem CDC 6600 und Gordon Moores Prognose von 1965 zur steigenden Chipdichte erweiterten den technischen Kontext.
An der University of Utah brachte Dave Evans Kay 1966 mit Ivan Sutherlands Sketchpad und der von Ole-Johan Dahl und Kristen Nygaard entwickelten Sprache Simula in Kontakt. Sketchpad arbeitete mit Masterzeichnungen, Instanzen und Constraints und bot Clipping sowie Zoom. Simula erzeugte aus Beschreibungen unabhängige Objekte und steuerte sie über Prozesse. Kay erkannte darin ein gemeinsames Muster: Komplexe Systeme lassen sich aus Komponenten mit großer Ausdrucksmacht aufbauen.
Von 1967 bis 1969 entwickelten Kay und Ed Cheadle die FLEX Machine als kleinen Personal Computer. Das Konzept griff JOSS, EULER, Simula und Bytecode-Ausführung auf. Das Budget lag bei 16K Wörtern mit je 16 Bit. FLEX untersuchte Objektverweise, Coroutinen, persistente Objekte, eine verallgemeinerte Zuweisung und ereignisgesteuerte Ausdrücke namens when. Die Hardware konnte viele dieser Ideen noch nicht tragen, sie flossen jedoch in spätere Smalltalk-Entwürfe ein.
Doug Engelbarts NLS lieferte Ideen für interaktive Arbeit, mehrere Bereiche, Grafik, Navigation und vom Nutzer definierte Interaktionen. Kay sah außerdem GRAIL bei RAND und LOGO bei Seymour Papert, Wally Feurzig und Cynthia Solomon. Dadurch wurde aus seiner Vorstellung vom Personal Computer mehr als ein Werkzeug. Er entwarf ein persönliches Medium, das auch Kinder zum Programmieren und Lernen nutzen konnten. Das Dynabook sollte ein Computer im Notebookformat mit Tastatur, Stift, hochwertigem Display und drahtlosem Netzwerk werden.
1969 beeinflusste Ned Irons’ IMP Kays Überlegungen zu erweiterbarer Syntax und direkter Interpretation. Weitere Impulse kamen von Carl Hewitts PLANNER, Pat Winstons System zur Begriffsbildung, Butler Lampsons CAL-TSS und John McCarthys LISP. Kay entwickelte daraus die Vorstellung, dass Objekte wie Server arbeiten, Nachrichten annehmen und über ihre Antworten selbst entscheiden.
Xerox gründete PARC 1970. Kay arbeitete an KiddiKomp und entwarf SLOGO, ein kompaktes System für ein SONY tummy trinitron. PARC gewann Forscher der Berkeley Computer Corporation und aus Doug Engelbarts Gruppe. Das Labor baute MAXC, eine mikroprogrammierte PDP-10-Emulation mit integrierten Halbleiterspeichern. Dort konnten Smalltalk-71 und die folgenden Versionen weiterentwickelt werden.
Der Aufsatz verfolgt die Entwicklung über Smalltalk-72, Smalltalk-74, Smalltalk-76 und Smalltalk-80. Er behandelt überlappende Fenster, Bytecodes, grafische Bearbeitung, Animation, Musik, Vererbung, Speicherverwaltung und Kinder als Nutzer. Kay bezeichnet Dan Ingalls als zentrale Figur bei Implementierung und Gestaltung. Adele Goldberg und die übrige Xerox-PARC-Learning-Research-Group machten aus den Entwürfen funktionierende Systeme. Die Pointe bleibt trocken: Das berühmte Objektmodell kam nach einer ungewöhnlich langen Reihe von Vorläufern.




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