Der Kettle-Podcast von The Register, veröffentlicht am 31. August 2026, bringt Moderator Brandon Vigliarolo mit dem FOSS-Reporter Liam Proven und dem Microsoft-Reporter Richard Speed zusammen, um über drei scheinbar unabhängige Comebacks der Technikgeschichte zu sprechen: Windows XP, Casio-Uhren und Passwortbücher aus Papier.
Windows XP feierte diese Woche den 25. Jahrestag seiner Freigabe zur Fertigung, jenem Moment im Jahr 2001, in dem Microsoft den Code für die Massenproduktion der Installations-CDs festlegte. Speed erklärt, dass XP den professionellen NT-Kernel mit der Consumer-Linie 9x verschmolz und den minimalen Arbeitsspeicherbedarf von 16 Megabyte unter Windows 98 auf 64 Megabyte anhob, dafür aber deutlich stabiler lief. PCs mit vorinstalliertem XP kamen am 24. September 2001 in den Handel, die Einzelhandelsversion folgte am 24. Oktober. Proven betreibt bis heute Windows XP Professional x64 Edition auf einem ThinkPad mit Core 2 Duo, 8 GB RAM und einer 200-GB-SATA-SSD und berichtet, dass Firefox, Chrome, Office 2007, Gmail und Slack darauf problemlos laufen. Speed stellt dem den Ressourcenbedarf von Windows 11 gegenüber, das Microsoft kaum unter 8 GB Minimalanforderung bekommt, ein Sprung, den er im Vergleich zum Nutzengewinn für unverhältnismäßig hält. Windows 10 LTSC wird laut der Runde noch bis 2031 unterstützt, und laut den im Podcast zitierten StatCounter-Zahlen hat Windows 11 erst in diesem Jahr Windows 10 im Marktanteil überholt, mit etwa 60 bis 65 Prozent gegenüber 25 bis 30 Prozent für Windows 10.
Proven berichtete zudem über Casios Update seiner langjährigen Digitaluhren-Reihe, das einen Schrittzähler ergänzt, der einmal täglich per Bluetooth Low Energy mit dem Smartphone synchronisiert wird, während die Batterie weiterhin zwei Jahre hält. Das aktualisierte Modell kostet rund 55 Dollar, hat die Größe des klassischen Casio-Designs, von dem über vier Jahrzehnte 300 Millionen Stück verkauft wurden, und liegt preislich nah an Provens eigener günstiger Amazfit-Neo-Smartwatch. Teurere Casio-G-Shock-Modelle bieten zusätzlich Pulsmessung und Benachrichtigungen im Lauftext, allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit.
Zum Abschluss geht es um einen Artikel des Sicherheitsreporters Connor Jones über eine australische Postfiliale, die Passwortheftchen aus Papier für drei bis vier Dollar verkauft. Reddit-Nutzer und die Podcast-Gäste argumentieren, Papier sei gegen Fernangriffe resistent und eigne sich für Menschen, die keinen Passwortmanager bezahlen wollen oder deren Angehörige nach ihrem Tod Zugangsdaten finden müssen. Speed und Proven erwarten, dass Passkeys solche Heftchen irgendwann überflüssig machen, empfehlen bis dahin aber, ein aufgeschriebenes Passwort mit einer Passphrase aus unabhängigen Wörtern zu kombinieren, dem Ansatz, den der XKCD-Comic mit dem Beispiel "correct horse battery staple" bekannt gemacht hat.




Kommentare
Noch keine Kommentare — schreib den ersten.
Starte die Diskussion
Kein Konto, kein Passwort nötig — gib einfach deine E-Mail-Adresse ein, wir senden dir einen einmaligen Anmelde-Link. Beim ersten Mal bist du damit automatisch angemeldet.
Deine Bewertung wird nach der Anmeldung automatisch übernommen.
Schau in dein Postfach
Wir haben einen Anmelde-Link an … gesendet. Öffne ihn auf diesem Gerät — dieser Tab meldet dich automatisch an.
Nichts angekommen? Wirf einen Blick in den Spam-Ordner — und markiere die Mail dort als „Kein Spam“, dann landet sie künftig direkt im Postfach.