Bo Made It zeigte InkBoy in einem Video, das in der vergangenen Woche erschien. Das Projekt führt emulierte Game-Boy-Spiele mit 30 Bildern pro Sekunde und vier Graustufen auf einem kleinen E-Ink-Board mit ESP32-S3 aus. Zum Einsatz kommt ein unverändertes Waveshare-Display mit 1,54 Zoll. Sein Bild erinnert an den olivgrünen Bildschirm des ersten Game Boy.

E-Ink-Anzeigen halten ein Bild, indem elektrische Impulse geladene Pigmentteilchen bewegen. Nach der Darstellung eines Bildes benötigen sie deshalb wenig Energie. Der Bildwechsel bleibt jedoch langsam. Das verwendete Display aktualisiert sich in ungefähr 300 Millisekunden. Das ist für E-Paper vergleichsweise schnell, reicht mit dem eingebauten Treiber aber vor allem für statische Inhalte. Im Schwarzweiß-Panel sind schwarze Pigmente positiv und weiße Pigmente negativ geladen. Eine festgelegte Wellenform verschiebt die Teilchen schrittweise und entfernt unerwünschtes Pigment.

Bo entwickelte einen eigenen Treiber. Er verkürzt die Wellenform und steuert einzelne Pixel, um Geisterbilder zu verringern. Zunächst erzeugte er Graustufen durch Dithering, doch das Ergebnis war unbrauchbar. Bei der Suche nach der Ursache der Geisterbilder stellte er fest, dass der Übergang zwischen Schwarz und Weiß bereits Zwischenstufen erzeugte. Wird die Ansteuerung während dieses Übergangs beendet, lassen sich die Graustufen gezielt nutzen.

Mit dem neuen Treiber erreicht das Panel 30 Bilder pro Sekunde und vier Graustufen. Der ursprüngliche Treiber kam auf etwa 3,33 Bilder pro Sekunde. Das Projekt ist keine Premiere für einen E-Ink-Game-Boy. Ein anderer YouTuber nutzte eigens entwickelte Hardware, um die üblichen Grenzen solcher Displays zu umgehen. Bo erzielte den Effekt mit einem Treiber für unveränderte Hardware.

Nach einem Monat Arbeit und mit etwas Vibe Coding veröffentlichte Bo eine funktionierende Version unter https://github.com/kuslota/InkBoy. Er warnt vor dauerhaften Schäden durch eigene Wellenformen und hohe Bildraten. Die Lebensdauer des Panels wurde in seinem Versuch nicht untersucht. Tests sollten deshalb auf einem günstigen Ersatzdisplay laufen. Ein umgebauter Kindle ist dafür zu schade.