Das Sicherheitsunternehmen CrowdStrike hat bei Untersuchungen zu Supply-Chain-Angriffen einen Wurm entdeckt, der gezielt KI-Entwicklungsinfrastruktur angreift. Adam Meyers, Senior Vice President für Counter Adversary Operations, sagte WIRED, die Aktivität sei noch keinem konkreten Akteur zugeordnet worden, passe aber zu einem breiteren Muster: Gruppen wie TeamPCP (bei CrowdStrike als "Altered Spider" geführt) sowie nordkoreanische Hackergruppen nehmen zunehmend die KI-Toolchain ins Visier.

Der Wurm arbeitet in Phasen: Zunächst erkundet er die Zielumgebung, dann sucht er nach Zugangstoken, kryptografischen Schlüsseln und Serverzugangsdaten. Mit steigenden Rechten sammelt er weiter Daten, insbesondere npm-Tokens, die Zugriff auf Paketverwaltungsserver und weitere Entwicklungsfunktionen wie Pull Requests eröffnen. Ist die Malware tief genug im System, kann sie einen sogenannten "Death Switch" aktivieren, der Dateien zerstört oder legitime Nutzer aussperrt.

Besonders gefährlich ist die Tarnung: Ein Großteil des Verhaltens ähnelt stark der Automatisierung, die legitime KI-Coding-Tools erzeugen, wodurch Sicherheitswerkzeuge kaum zwischen bösartiger Aktivität und normaler Telemetrie unterscheiden können. Zudem bauten die Autoren Verzögerungen von Stunden bis Tagen zwischen den einzelnen Phasen ein, was die Nachverfolgung von Ursache und Wirkung erschwert. CrowdStrike arbeitet an besseren Erkennungsmethoden, betont aber, dass der Schutz von KI-Entwicklungspipelines branchenweite Zusammenarbeit erfordert, da die verfügbaren Erkennungssignale derzeit stark begrenzt sind.