Colin Percival, Entwickler des Backup-Dienstes Tarsnap, hat Route 53 Files veröffentlicht, ein Dateisystem, das jede AWS-Rechenressource mit Amazons DNS-Dienst Route 53 verbindet. Das Projekt liegt unter daemonology.net/r53fs und funktioniert tatsächlich.

Die Veröffentlichung ist Satire mit klarem Ziel. AWS hat im April S3 Files ausgeliefert, eine Dateisystemschicht über dem Simple Storage Service. Percivals Reaktion, in seinen eigenen Worten: "Oh, wir liefern jetzt Kategorienfehler aus? Halt mein Bier." Sein Launch-Post imitiert bewusst die AWS-Ankündigung von S3 Files, bis hin zum Versprechen, Route 53 Files sei ideal für KI-Agenten, die über dateibasierte Werkzeuge zusammenarbeiten, und für Bereitschaftstechniker, die ihre Änderungen gegenseitig mit sed rückgängig machen.

Die Rahmung verweist außerdem auf Corey Quinn, Chef-Cloud-Ökonom bei Duckbill, der Route 53 seit fast einem Jahrzehnt als Datenbank bezeichnet, hauptsächlich um Leute zu ärgern, die wissen, was eine Datenbank ist. Quinn lobte das Projekt: Percival habe eine miserable API durch echo ersetzt, ein Rückschritt in jeder Hinsicht, außer dass es ohne sechs Wochen Cloud-Schulung funktioniert.

Percivals Kritik an S3 Files ist unter dem Witz ernst gemeint. Er nennt zwei scharfe Kanten: Das Design synchronisiert Änderungen erst nach 60 Sekunden Inaktivität zurück zu S3, was bei kontinuierlich aktualisierten Dateien scheitert, und die IAM-Integration bietet wegen des IMDS-Sicherheitsmodells weniger Rechtetrennung, als Nutzer von einem Dateisystem erwarten. Er kennt nach eigenen Angaben niemanden, der S3 Files produktiv einsetzt, und bezweifelt, dass Kunden die Grenzfälle verstehen.