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New York Times wirft OpenAI Vertuschung von Beweisen im Urheberrechtsstreit vor
Die New York Times und The Daily News haben Sanktionen gegen OpenAI beantragt. Sie werfen dem KI-Unternehmen vor, interne Tools, Datensätze und ein Archiv von 78 Millionen Chat-Protokollen zur Überprüfung von Urheberrechtsverletzungen verschwiegen zu haben, obwohl OpenAI die technische Machbarkeit zuvor bestritten hatte.
Die New York Times und The Daily News haben im Juli 2026 ihren Urheberrechtsstreit gegen OpenAI durch einen Antrag auf Sanktionen zuspitzend verschärft. Die Verlage werfen dem Unternehmen vor, Beweise zu verschweigen, die den bisherigen Aussagen von OpenAI über technische Einschränkungen bei der Suche in eigenen Daten widersprechen.
Einer Aussage des OpenAI-Datenschutzingenieurs Vinnie Monaco im April zufolge hatte das Unternehmen bereits interne Suchen in seinem Trainingskorpus durchgeführt, um urheberrechtlich geschützte Journalismus-Inhalte zu identifizieren. Noch bedeutsamer ist, dass OpenAI eine Datenbank mit etwa 78 Millionen de-identifizierten ChatGPT-Gesprächen verwaltete, die intern zur Bewertung des Umfangs von Urheberrechtsverletzungen genutzt wurde. Zusätzlich hatte das Unternehmen einen "Bloom"-Filter als Teil von "Project Giraffe" implementiert – eine Toolsuite zur Erkennung und Protokollierung von Inhaltswiederholungen in Ausgaben, die kurz nach Klageeinreichung eingeführt wurde.
Während des zweijährigen Gerichtsverfahrens hatte OpenAI behauptet, keine technische Möglichkeit zu haben, in seinen Trainingsdaten zu suchen, und argumentiert, dass das Abrufen, Verarbeiten und De-Identifizieren seiner riesigen Gesprächsprotokolle operativ belastend wäre und Datenschutzbedenken aufwerfen würde. Die Verlage wollten diese Daten nutzen, um zu überprüfen, ob ihre urheberrechtlich geschützten Inhalte im Trainingskorpus von OpenAI vorhanden sind und wie häufig ChatGPT ihre Inhalte enthaltende oder reproduzierende Antworten generiert.
Die Entdeckung dieser Tools und Datensätze stellt einen erheblichen Widerspruch zu OpenAIs bisherigen rechtlichen Argumenten dar. Als die Verlage ursprünglich 120 Millionen Chat-Protokolle anforderten, verhandelte OpenAI die Stichprobe auf 20 Millionen herunter. Das Unternehmen reichte diese reduzierte Stichprobe im Dezember 2025 vor Gericht ein, doch sie war so stark geschwärzt, dass sie nach Aussage des Gerichts praktisch unbrauchbar war.
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