OpenAI bringt sein fortschrittliches LLM Sol auf den Markt, das in seinen Fähigkeiten als vergleichbar mit Anthropics Fable eingestuft wird. Während Fable zuvor aufgrund von Bedenken des Weißen Hauses kurzzeitig von der Öffentlichkeit ausgeschlossen war, sind nun beide Modelle zugänglich.

Die Kriterien für diese Freigaben bleiben jedoch rätselhaft. Mina Narayanan vom Center for Security and Emerging Technology der Georgetown University weist darauf hin, dass die genauen Prozesse hinter den Kulissen nicht einsehbar sind. Zwar gab Anthropic an, Classifier zur Erkennung von Jailbreak-Versuchen und Defense-in-Depth-Strategien entwickelt zu haben, doch der konkrete Dialog mit den Behörden ist unbekannt.

Auch aus der Branche wird die Intransparenz kritisiert. Dean W. Ball, ein ehemaliger Politikberater von Trump und jetziger Mitarbeiter bei OpenAI, erklärte, dass die Anforderungen für eine Lizenzierung unbekannt seien. Der Informatiker Andy Konwinski sieht darin ein existentielles Problem, da unklar bleibe, wer die Entscheidungsgewalt über die Genehmigungen besitze.

Obwohl die Trump-Administration eine Executive Order als Fahrplan zur Evaluierung von Frontier-Modellen veröffentlicht hat, fehlen darin detaillierte Spezifikationen. Sriram Krishnan, ein ehemaliger KI-Berater des Weißen Hauses, bestätigte, dass es keine vergleichbare Behörde wie die FDA für KI geben wird. Bisher gibt es weder Einigkeit darüber, welche Modelle einer staatlichen Prüfung bedürfen, noch welche Behörde zuständig ist.