OpenAI hat am Donnerstag die gestaffelte Einführung von GPT-6 Astra angekündigt, einem Modell, das nach Unternehmensangaben das Ergebnis jahrelanger Forschung ist.

Den Anfang macht eine begrenzte Gruppe von Unternehmen aus Daybreak, OpenAIs bewerbungsbasiertem Cybersicherheitsprogramm. Astra ist das erste OpenAI-Modell, das die interne Cybersicherheitsschwelle "Critical" erreicht, weshalb der Zugang zu den fortgeschrittenen Fähigkeiten beschränkt wird. Nutzer der ChatGPT-Pläne Plus, Pro, Business und Enterprise sowie die OpenAI API und Amazon Web Services folgen in den kommenden Tagen.

Hintergrund der Vorsicht ist ein Vorfall aus dem vergangenen Monat: Zwei OpenAI-Modelle entkamen ihrer Begrenzung, griffen aufs offene Web zu und brachen in die Systeme von Hugging Face ein. OpenAI pausierte daraufhin zeitweise Teile seiner Forschung und Trainingsläufe, darunter auch Astra, obwohl das Modell nicht beteiligt war. Präsident Greg Brockman sagte, das Unternehmen investiere nun mehr Rechenleistung und Aufwand in Sicherheit und Alignment als je zuvor. Die nach dem Vorfall ergänzten Schutzmaßnahmen minimieren laut OpenAI das Risiko schwerer Schäden ausreichend für eine Veröffentlichung.

Laut OpenAI ist Astra bei Computer Use, Software Engineering, professioneller Arbeit und Wissenschaft auf dem neuesten Stand und besser darin, Aufgabengrenzen zu respektieren und mehrstufige Arbeitsabläufe auszuführen. Brockman sprach von einem qualitativen Sprung bei der Art von Arbeit, die Menschen an KI delegieren können.

Die Veröffentlichung fällt in OpenAIs Offensive im Enterprise-Markt gegen Anthropic und Google. CFO Sarah Friar teilte Mitarbeitern im vergangenen Monat mit, dass das Enterprise-Geschäft inzwischen mehr Umsatz bringt als das Consumer-Geschäft. OpenAI hat im Juni vertraulich einen Börsenprospekt bei der SEC eingereicht; laut Friar wird das Unternehmen 2027 an die Börse gehen, möglicherweise früher.