Microsoft hat am 13. Oktober 2026 Patches für 1.411 Schwachstellen veröffentlicht. Damit erreicht der monatliche Umfang zum fünften Mal in Folge einen neuen Rekord. Drei Lücken gelten als Zero-Days, eine davon wird bereits aktiv ausgenutzt. 70 Schwachstellen sind kritisch. Darunter befinden sich 57 Lücken zur Remotecodeausführung. Elf ermöglichen eine Rechteausweitung. Zwei betreffen Identitätsfälschung.

Bleeping Computer hat für die Zahl nur die Schwachstellen aus den Updates vom Dienstagabend gezählt. Nicht enthalten sind 348 Lücken, die Microsoft bereits früher im Oktober behoben hatte. Diese Korrekturen betrafen Azure API Center, Azure App Service, Azure Event Grid, Azure SRE Agent, Mariner, Microsoft Bookings, Dataverse, Exchange Server und Partner Center.

CVE-2026-96951 ist die dringendste Schwachstelle. Ihr CVSS-Wert beträgt 8,8. Über eine Befehlsinjektion in der Windows Shell lässt sich Mark of the Web umgehen. Diese Sicherheitsmarkierung kennzeichnet Dateien, die aus dem Internet heruntergeladen wurden. Microsoft nennt keine Person, die die Lücke entdeckt hat.

CVE-2026-108398 betrifft Sicherheitsfunktionen des .NET Framework. Ein Angreifer mit Berechtigung kann einen unsicheren Suchpfad ausnutzen, Windows Defender Application Control, kurz WDAC, umgehen und ohne Interaktion des Benutzers nicht autorisierte Anwendungen starten. Die Lücke erreicht ebenfalls CVSS 8,8. Entdeckt wurde sie von James Forshaw aus Googles Project Zero.

CVE-2026-92707 ist mit CVSS 5,3 weniger schwer eingestuft. Eine fehlerhafte Kontrolle sequenzieller Speicherzuweisungen in .NET ermöglicht einem nicht autorisierten Angreifer eine Netzwerk-DoS-Attacke. Microsoft macht keine Angaben zum Entdecker. Wegen der kritischen Lücken und der bereits ausgenutzten Schwachstelle sollten Administratoren die Updates schnell installieren. Dafür ist ein Neustart erforderlich.

Microsoft führt den wachsenden Umfang teilweise auf KI-gestützte Sicherheitsarbeit zurück. Im Mai stellte das Unternehmen MDASH vor, den Microsoft Security multi-model agentic scanning harness. Im Juli folgte Project Perception. Es verwendet MDASH, das Modell MAI-Cyber-1-Flash und weitere Modelle. Microsoft beansprucht seitdem eine führende Rolle bei der Schwachstellensuche.

Der September-Zyklus lag bereits nahe bei 1.000 Korrekturen. Im Oktober kamen ungefähr 450 weitere hinzu. Eine ähnliche Entwicklung ist bei Apple und in Open-Source-Projekten zu sehen. Die Release Candidates für Linux kernel 7.3 fallen ungewöhnlich umfangreich aus. Linus Torvalds nutzt regelmäßig Claude für Korrekturen und weitere Verbesserungen.