Laravel AI SDK 1.1.0 erschien am 7. Oktober 2026. Es ist das erste Minor-Release seit Version 1.0. Das Update erweitert die Agentenfunktionen und die Provider-Auswahl. Außerdem ändert sich das Verhalten beim Failover.

terminal
composer require laravel/ai:^1.1

Das SDK unterstützt jetzt Agent Skills. Dieses ordnerbasierte Format stellt Anweisungen für Coding-Agenten erst bereit, wenn eine Aufgabe sie benötigt. Ein Skill liegt unter resources/skills und enthält eine Datei namens SKILL.md. Im Front Matter ist description Pflicht. name kann entfallen und wird dann aus dem Ordnernamen übernommen. Das Beispiel refund-policy enthält zusätzlich references/EDGE-CASES.md. Die Anweisungen verlangen, vor einer Erstattung oder Teilgutschrift das Bestelldatum zu prüfen, besonders bei Bestellungen älter als 30 Tage. Pushpak Chhajed zufolge hatte das Team die Unterstützung zuvor zweimal abgelehnt. Inzwischen wird das Format von vielen Tools genutzt. Die zugehörigen Pull Requests sind #1054 und #1102.

Für die Bereitstellung implementiert ein Agent Laravel\Ai\Contracts\HasSkills zusammen mit Laravel\Ai\Contracts\Agent und Laravel\Ai\Promptable. Das SDK stellt ein einzelnes Tool namens LoadSkill bereit. Es liefert zunächst Namen und Beschreibungen der Skills. Danach kann das Modell die vollständigen Anweisungen oder eine Datei aus dem jeweiligen Skill-Ordner anfordern. Als Quelle akzeptiert der SDK eine Verzeichnisangabe, ein in PHP erzeugtes Skill-Objekt oder eine Closure. Die Closure wird beim ersten Lesen durch das Tool ausgeführt und kann Skills für einzelne Nutzer aus der Datenbank laden. Mit .agents/skills greifen Anwendungsagenten auf dieselben Skills wie Coding-Agenten zu.

LoadSkill([...]) kann zusätzlich direkt über tools() eingebunden werden. Bei beiden Konfigurationswegen führt das SDK die Einträge in einem Tool zusammen und protokolliert eine Warnung, weil Provider doppelte Tool-Namen ablehnen. Das Tool liest nur Dateien innerhalb des jeweiligen Skill-Ordners. Dateien über 256 KB und Binärdateien werden zurückgewiesen.

Cohere liefert nun auch Textgenerierung über die v2 Chat API. Der Provider war bereits für Embeddings und Reranking verfügbar. Mojtaba Sayari ergänzt Streaming, Tool-Aufrufe, strukturierte Ausgaben und Reasoning. Das Standardmodell heißt command-a-03-2025. Ein Agent kann Cohere mit prompt('Hello', provider: 'cohere') auswählen. Ein bestimmtes Tool lässt sich bei Cohere nicht erzwingen. ToolChoice::tool('X') sendet ausschließlich X und markiert den Aufruf als erforderlich. Dokumentanhänge und Zitate werden noch nicht unterstützt. Provider-Optionen können jedoch Werte wie documents und safety_mode übergeben. Die Änderung gehört zu PR #1078.

MCP-, Agent-, Ähnlichkeitssuche- und Dateisystem-Tools implementieren jetzt Approvable. Auf diesen integrierten Tools kann requireApproval() aufgerufen werden. Bei GitHub-MCP-Tools kann die Anwendung annotations()['readOnlyHint'] prüfen und für jedes nicht als schreibgeschützt markierte Tool eine Genehmigung verlangen. Genehmigungen bleiben standardmäßig ausgeschaltet. Bestehende Agenten verhalten sich deshalb unverändert. PR #1097 führt die Funktion ein.

Das Failover bricht nicht mehr ab, wenn der nächste Provider ein Provider-Tool des Agenten nicht unterstützt. Zuvor konnte ein Lauf mit WebFetch und WebSearch nach einem wegen Rate-Limiting weitergereichten Anthropic-Aufruf bei OpenAI scheitern. OpenAI meldete dann RuntimeException: Provider [openai] does not support the [WebFetch] tool. Vor jedem Versuch entfernt die Textgenerierungsschleife jetzt nicht unterstützte Tools. Der Lauf kann dadurch mit WebSearch fortgesetzt werden. Fehlt einem Provider eine gehostete Tool-Suche, löst das SDK ToolSearch auf und sendet die enthaltenen Tools als normale Tools. Mehrere ToolSearch-Wrapper führen weiterhin bei jedem Provider zu einem Fehler. PR #1080 behandelt diese Änderung.

Klassifizierung kann nun über den vorhandenen typesafe-Treiber einen selbst gehosteten Laya-Server aus NandhaKishorM/laya verwenden. Die Verbindung laya setzt driver auf typesafe, bezieht den Schlüssel aus LAYA_API_KEY und die URL aus LAYA_URL. Als Standard-URL dient http://localhost:8000/v1. Für classification ist auto das Standardmodell. Der Aufruf lautet Classification::of($ticket)->questions($questions)->classify(provider: 'laya'). Die Antwortmetadaten nennen den Laya-Checkpoint, der die Anfrage bearbeitet hat. PR #1081 enthält die Integration.

ToolSearch funktioniert nun mit Azure OpenAI. Bei Groq wird WebSearch auf browser_search und CodeExecution auf code_interpreter abgebildet. Groq stellt beide Funktionen nur für seine GPT-OSS-Modelle bereit und ignoriert bei WebSearch die Optionen max(), allow() und location(). WebSearch übermittelt location nun auch an OpenRouter. Diese Provider-Erweiterungen stammen aus den PRs #1098 und #1099.

Agenten erhalten MoveFile. Das Tool kann eine Datei in einem Aufruf umbenennen oder verschieben. PR #1092 beseitigt damit die bisher nötige Folge aus Kopieren und Löschen. Für die meisten Provider wurden Fallback-Modelle aktualisiert. Anthropic verwendet standardmäßig claude-sonnet-5-5, Gemini gemini-3.8-flash. Anwendungen ohne eigene Modellangabe in config/ai.php erhalten nach dem Upgrade die neuen Standardwerte. PR #1095 enthält diese Änderungen.

Weitere Korrekturen betreffen die zustandslose Wiedergabe der OpenAI-Dateisuche in PR #1089, eine bearbeitete useChat-Nutzernachricht, die durch die Assistentenantwort ersetzt wurde, in PR #1076 sowie falsch platzierte ElevenLabs-Abfrageparameter in PR #1103. Der Upgrade-Leitfaden für Version 1.0 verlangt nun laravel/boost 2.10.0 oder neuer für den Boost-Upgrade-Befehl. Außerdem dokumentiert er den Konflikt des SDK mit laravel/mcp unterhalb von Version 1.0. Diese Dokumentationsänderung ist PR #1087.

Bestehende Anwendungen aktualisieren das Paket mit Composer über laravel/ai:^1.1.