Microsoft-Azure-CTO Mark Russinovich hat seine Freizeit der einzigen Ingenieursfrage gewidmet, die wirklich zählt: Doom in Microsoft Paint laufen zu lassen. Das auf GitHub veröffentlichte Projekt DoomPaint bringt Paint dabei nicht zum Rechnen – ein Punkt, den Russinovich selbst betont. Paint rendert nur, was man ihm vorsetzt; die Berechnung bleibt das Problem anderer.

Die Technik: ViZDoom führt die Doom-.wad-Datei aus und rendert sie headless. Jeder Frame wird als Device Independent Bitmap (DIB) durch die Windows-Zwischenablage geschoben und auf die Paint-Leinwand eingefügt. Ein Low-Level-Keyboard-Hook fängt die Spiel-Eingaben ab, solange Paint im Vordergrund ist, und die Soundeffekte kommen direkt aus der Game-Engine. Die Framerate war laut The Register alles andere als flüssig – aber es funktioniert, und es gibt Ton, was man von manch ernsthafter Enterprise-Software nicht behaupten kann.

Russinovich weist darauf hin, dass frühere Doom-in-Paint-Versuche lediglich ein separates Renderfenster in Paint gespiegelt haben, während seine Version jeden Frame tatsächlich durch die Zwischenablage schickt. Er räumt auch offen ein, dass der Code mit Hilfe von Claude entstanden ist – solche Projekte seien der frivole Ausgleich zu seiner seriösen Forschungsarbeit mit KI-Modellen. Dass Vibe-Coding und der „Can it run Doom?“-Kanon zusammentreffen, war wohl unvermeidlich: Schon letztes Jahr half Claude bei einem KiCad-Port, der Doom als PCB-Vektoren renderte.

Azure dürfte für seinen CTO dringendere Aufgaben bereithalten. Kaum eine davon ist so herrlich sinnlos.