Anthropic hat Claude Haiku 5.5 am 7. Oktober 2026 veröffentlicht. Das Modell richtet sich an umfangreiche, kostenbewusste Aufgaben wie Zusammenfassungen, Kompaktierung, Datenbankabfragen und Klassifizierung. Auch zeitkritische Einsätze im Live-Kundensupport und bei der Browser-Nutzung gehören zum Zielprofil. Für Coding-Aufgaben kann Haiku 5.5 als Subagent neben Opus 5.5 und Sonnet 5.5 arbeiten.
Bei der Standardgeschwindigkeit der Modelle bezeichnet Anthropic Haiku 5.5 als sein bisher schnellstes Modell. Im Fast Mode laufen die Opus-Modelle schneller. Im Durchschnitt soll Haiku 5.5 rund 75 Prozent weniger Betriebskosten als Haiku 4.5 verursachen. Der Listenpreis liegt bei Prompts bis 100.000 Tokens um 90 Prozent und darüber um 50 Prozent niedriger. Ein aktualisierter Tokenizer führt pro Aufgabe zu einem leicht höheren Tokenverbrauch.
Anthropics veröffentlichte Benchmark-Werte folgen der Reihenfolge Haiku 5.5, Haiku 4.5, GPT-6 Luna und Sonnet 5.5. Bei GDPval-AA v2.1 lauten die Ergebnisse 1620, 735, 1437 und 1840. Bei AA-Briefcase v1.1 sind es 1578, 614, 1336 und 1824. Im Offline-Teil von OSWorld 2.1 erreichten die Modelle 72,4, 15,7, 48,9 und 83,9 Prozent.
Bei Humanity’s Last Exam lagen die Werte ohne Tools bei 45,9, 10,2, keinem ausgewiesenen Ergebnis und 56,9 Prozent. Mit Tools wurden 57,4, 18,7, kein Ergebnis und 64,5 Prozent gemessen. Terminal-Bench 4.0 ergab 39,2, 0,0, 16,4 und 70,6 Prozent. Bei FrontierCode 1.1 Main waren es 46,4 Prozent, kein Ergebnis, 42,4 Prozent und 52,1 Prozent bei Xhigh. Chartography ohne Tools kam auf 46,4, 6,4, 29,1 und 61,6 Prozent.
OSWorld 2.1 misst, wie Computeragenten lange Aufgaben mit mehreren Schritten erledigen. GDPval-AA v2.1 bewertet professionelle Arbeit in 44 Berufen. Humanity’s Last Exam prüft akademisches Expertenwissen und Schlussfolgerungen. Terminal-Bench 4.0 misst komplexe Aufgaben an der Kommandozeile. Haiku 5.5 ist das erste Modell der Haiku-Klasse mit einstellbarer Ausführungsintensität. Damit können Nutzer Kosten und Leistungsfähigkeit gegeneinander abwägen. Anthropic zeigt die Einstellung für OSWorld, GDPval-AA v2.1 und Humanity’s Last Exam.
Erste Kundentests meldeten geringere Latenzen und bessere Aufgabenergebnisse. Asanas Aaron Vinh berichtete in Tests für AI Teammates von mehr als 30 Prozent weniger Abschlusslatenz und bis zu 2,5-fach schnellerer Inferenz pro Agentenrunde. HubSpots Ze’ev Klapow meldete in drei CRM-Testläufen einen Durchschnittswert von 92,8 Prozent. Haiku 5.5 erledigte die Aufgaben im Testfeld am schnellsten und erzielte die höchste Trefferquote bei der niedrigsten Rate an Fehlalarmen.
AlphaSense verarbeitet mit Ask in Document etwa 8 Millionen Aufrufe pro Woche. Daniel Campos zufolge stieg der Wert bei 400 Testanfragen von 0,76 mit Haiku 4.5 auf 0,84 mit Haiku 5.5. Der Unterschied war statistisch signifikant. Box meldete durch Yashodha Bhavnani einen Vorsprung von 11 Punkten gegenüber Haiku 4.5 bei ungefähr halbierter Latenz. Rogo sieht laut Alex Wang Einsatzmöglichkeiten bei schnellen Abfragen, Zusammenfassungen und Subagenten. Cognition meldete laut Walden Yan für Devin Fusion mit Haiku 5.5 als Sidekick einen FrontierCode-Wert von 66,2 sowie geringere Kosten und Latenz.
Die Preise gelten pro 1 Million Tokens. Haiku 5.5 kostet bei Prompts bis und über 100.000 Tokens 0,01 und 0,05 US-Dollar für Cache-Lesezugriffe, 0,125 und 0,625 US-Dollar für Cache-Schreibzugriffe, 0,10 und 0,50 US-Dollar für Eingaben sowie 0,50 und 2,50 US-Dollar für Ausgaben. Bei Haiku 4.5 liegen die Preise bei 0,10 US-Dollar für Cache-Lesezugriffe, 1,25 US-Dollar für Cache-Schreibzugriffe, 1,00 US-Dollar für Eingaben und 5,00 US-Dollar für Ausgaben. Sonnet 5.5 kostet in diesen Kategorien 0,10, 2,50, 2,00 und 10,00 US-Dollar. Rund 90 Prozent der Anfragen an das vorherige Haiku-Modell lagen unter der Grenze von 100.000 Tokens.
Haiku 5.5 zeigte in fast allen Alignment-Tests von Anthropic weniger Fehlverhalten und eine geringere Bereitschaft zur Unterstützung von Missbrauch. Die Cybersecurity-Schutzmechanismen sind strenger als bei Haiku 4.5 und weniger restriktiv als bei mehreren neueren Modellen. Sie erlauben mehr defensive Aufgaben als die Schutzmechanismen von Sonnet 5.5, blockieren aber Penetrationstests und Techniken mit höherem Angreiferpotenzial. Die Schutzmechanismen für Biologie entsprechen denen von Sonnet 5, Sonnet 5.5 und Opus 5. Forschungsfragen sind möglich, mutmaßlich schädliche Anfragen werden eingeschränkt. Für weitergehende Biologie- oder Cybersecurity-Arbeiten verweist Anthropic auf sein Life Sciences Verification Program und Cyber Verification Program.
Claude Haiku 5.5 ist über Anthropic sowie Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar. Die Modell-ID lautet claude-haiku-5-5. Anthropic stellt einen Migrationsleitfaden bereit.
Anthropic senkte außerdem den Preis für Cache-Lesezugriffe bei Sonnet 5.5 von 0,20 auf 0,10 US-Dollar pro Million Tokens. Für die meisten agentischen Aufgaben soll das Sonnet-Kosten um etwa 20 Prozent senken. Max-5x-Abonnenten erhalten monatlich 100 US-Dollar API-Guthaben, Max-20x-Abonnenten 200 US-Dollar und Team-Abonnenten bis zu 500 US-Dollar, die über ihre Nutzer geteilt werden. Die Gutschriften werden in der Woche des Starts ausgerollt und können mit jedem Claude-Modell auf der Claude Platform verwendet werden.
Anthropic ergänzt seine Claude Python und TypeScript SDKs um Beta-Unterstützung für Computer- und Browser-Nutzung. Das Unternehmen hebt Haiku 5.5 für diese Aufgaben wegen seiner Kombination aus Tempo, Leistungsfähigkeit und Preis hervor. Für komplexes agentisches Coding, wie es Terminal-Bench 4.0 misst, bleiben Sonnet 5.5 und Opus 5.5 die stärkeren Optionen.




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